Leistungsphase 0 nach HOAI: Bedarfsermittlung

HOAI Leistungsphase 0 im Überblick:
- Die Leistungsphase 0 existiert nicht in der HOAI, ist für ArchitektInnen und IngenieurInnen aber unerlässlich.
- Wer Kosten, Machbarkeit und Honorar vor LPH 1 strukturiert klärt, spart sich teure Korrekturen in späteren Phasen.
- ArchitektInnen und IngenieurInnen, die LP-0-Leistungen erbringen, sollten diese explizit vereinbaren und vergüten lassen.
Wer in der HOAI nachschlägt, zählt 9 Leistungsphasen: von der Grundlagenermittlung bis zur Objektbetreuung. In der Planungspraxis hat sich allerdings ein Begriff etabliert, der immer häufiger auftaucht: Leistungsphase 0.
Aber was genau verbirgt sich dahinter? Was passiert in der Leistungsphase 0und warum lohnt es sich, ihr deutlich mehr Aufmerksamkeit zu schenken als bisher?
Was ist die Leistungsphase 0?
Die Leistungsphase 0 bezeichnet alle Tätigkeiten, die vor dem offiziellen Projektbeginn stattfinden – also bevor ArchitektInnen und IngenieurInnen überhaupt beauftragt werden. Deshalb wird sie oft als Bedarfsermittlung, Projektvorbereitung, Zielfindungsphase, Projektentwicklung oder Vorkonzept betitelt.
In der LPH 0 geht es vor allem um die strategische Vorbereitung des Bauvorhabens:
- Analyse der Ausgangssituation
- Klärung von Zielen und Rahmenbedingungen
- erste Machbarkeitsprüfung
- ob ein Projekt überhaupt realisiert werden soll.
Das Problem: Die Leistungen der Leistungsphase 0 werden in vielen Fällen nicht oder kaum vergütet. Nicht weil die Leistung nichts wert wäre, sondern weil sie strukturell unsichtbar ist: kein offizieller Auftrag, kein Leistungsbild, keine Honorarvereinbarung.
{{cta-webinar}}
Ist die Leistungsphase 0 in der HOAI geregelt?
Nein und das ist ein häufiges Missverständnis. Die HOAI beginnt mit der Leistungsphase 1 (Grundlagenermittlung). Leistungen, die noch davor stattfinden, sind als „Besondere Leistungen" einzustufen und müssen gesondert vereinbart und vergütet werden.
Machbarkeitsstudien, Bedarfsplanungen oder Projektstrategien können entsprechend als eigenständige Aufträge vereinbart werden – mit klarem Leistungsbild und entsprechender Vergütung. Wer als ArchitektIn oder IngenieurIn Leistungsphase-0-Tätigkeiten erbringt, ohne dafür eine explizite Honorarvereinbarung zu haben, arbeitet auf eigenes Risiko.
Alle Leistungsphasen nach HOAI im Überblick:
Leistungsphase 1: Grundlagenermittlung
Leistungsphase 3: Entwurfsplanung
Leistungsphase 4: Genehmigungsplanung
Leistungsphase 5: Ausführungsplanung
Leistungsphase 6: Vorbereitung der Vergabe
Leistungsphase 7: Mitwirkung der Vergabe
Leistungsphase 8: Objektüberwachung
Leistungsphase 9: Objektbetreuung
Was gehört zur Leistungsphase 0?
Die Leistungsphase 0 ist keine starr definierte Leistung, sondern ein Sammelbegriff für alles, was vor der Leistungsphase 1 passiert. Typische Inhalte sind:
- Bedarfsplanung und Zieldefinition: Was will der Bauherr wirklich? Welche Nutzungsanforderungen gibt es? Welches Budget steht zur Verfügung – und ist dieses Budget realistisch?
- Standort- und Grundstücksanalyse: Ist das Grundstück bebaubar? Welche planungsrechtlichen Rahmenbedingungen gelten? Gibt es Erschließungsprobleme, Altlasten oder denkmalschutzrechtliche Einschränkungen?
- Machbarkeitsuntersuchung: Lässt sich das Vorhaben wie vorgestellt umsetzen? Welche Alternativen gibt es? Wie realistisch sind Termine und Kosten?
- Projektstruktur und Vergabestrategie: Welche Planungsbeteiligten werden benötigt? Wann sollten sie eingebunden werden? Wie wird das Projekt organisiert?
- Erste Kostenschätzung: Eine grobe Einschätzung der Investitionskosten – oft noch auf Basis von Kennwerten, aber entscheidend für die Investitionsentscheidung des Bauherrn.
Warum ist die Leistungsphase 0 so wichtig?
In keiner anderen Phase lassen sich Weichen so grundlegend stellen wie vor dem eigentlichen Projektbeginn. Entscheidungen, die in der Leistungsphase 0 getroffen oder versäumt werden, ziehen sich durch alle neun folgenden Leistungsphasen.
Ein negatives Beispiel: Ein Bauherr beauftragt ein Architekturbüro mit der Planung eines Bürogebäudes auf einem bestimmten Grundstück. Erst in LP 3 stellt sich heraus, dass der geplante Baukörper aus planungsrechtlichen Gründen nicht realisierbar ist. Die bereits erbrachten Planungsleistungen müssen weitgehend neu gedacht werden – die zusätzlichen Kosten plus Zeitverlust sind erheblich.
Ein positives Beispiel von Baumensch zeigt, wie die Leistungsphase 0 gerade privaten Bauherren schon in der frühen Konzeptphase hilft: Beim Bau eines Einfamilienhauses oder bei umfangreichen Sanierungen können bereits 80 % der späteren Kosten beeinflusst werden. So gewinnen Bauherren mehr Sicherheit, bessere Entscheidungsgrundlagen und deutlich geringere Projektrisiken.
Wäre eine saubere Leistungsphase 0 vorgeschaltet gewesen – mit Standortprüfung, Machbarkeitsanalyse und realistischer Zieldefinition – hätte man dieses Problem frühzeitig erkannt.
Die wichtigsten Vorteile einer strukturierten Leistungsphase 0:
- Investitionssicherheit für den Bauherrn durch fundierte Entscheidungsgrundlagen
- Frühzeitige Erkennung von Risiken und Hemmnissen
- Realistische Kosten- und Terminplanung von Anfang an
- Weniger Planungsänderungen in späteren, teureren Leistungsphasen
- Klarere Aufgabenverteilung zwischen allen Beteiligten
{{cta-compa_1}}
Wer übernimmt die Leistungsphase 0?
Je nach Projektgröße und Auftraggeber kann die Leistungsphase 0 von verschiedenen Akteuren übernommen werden.
ArchitektInnen übernehmen oft die Bedarfsplanung und Machbarkeitsüberlegungen – besonders bei Hochbauprojekten.
FachingenieurInnen bringen spezifisches Know-how ein: TragwerksplanerInnen prüfen strukturelle Machbarkeit, TGA-PlanerInnen klären Versorgungskonzepte und GeotechnikerInnen analysieren Baugrundverhältnisse.
Projektsteuerer koordinieren die Leistungsphase 0 bei größeren Vorhaben und sichern die Qualität der Entscheidungsgrundlagen.
Bauherren selbst – besonders gewerbliche oder öffentliche Auftraggeber – erarbeiten intern strategische Grundlagen, bevor externe PlanerInnen beauftragt werden.
LPH 0: Die richtigen Werkzeuge
Die Leistungsphase 0 ist naturgemäß weniger von Zeichnungen und Ausschreibungen geprägt als von Analysen, Gesprächsprotokollen und ersten Kostenschätzungen. Deshalb lohnt es sich, sehr strukturiert zu arbeiten und nicht auf informelle E-Mails und Notizbücher zu setzen.
Die Projektstruktur lässt sich früh anlegen: Welches Budget ist notwendig und überhaupt verfügbar? Welche Planungsbeteiligten werden wann eingebunden? Welche Honorarvolumen sind zu erwarten? Eine frühe Verknüpfung von Machbarkeitsdaten und Honorarplanung gibt Architektur- und Ingenieurbüros einen deutlichen Vorsprung.
LPH 0 Projektkosten: die erste Zahl zählt
Gerade bei der ersten Kostenschätzung zahlt sich ein professionelles Werkzeug aus. Wer keine Erfahrungswerte zur Hand hat, kann auf eine Preisdatenbank zurückgreifen, mit Durchschnittspreisen aus realen Projekten. Das macht Kostenschätzungen nicht nur schneller, sondern auch belastbarer.
Eine Kostenschätzung ist aber nur so gut wie das, was danach mit ihr passiert. Wenn Ausschreibung, Vergabe und Rechnungsprüfung über dasselbe System laufen, fließen die früh erfassten Kosten automatisch in die Kostenverfolgung ein – ohne manuelles Übertragen, parallele Tabellen und Versionswirrwarr.
LPH 0 Honorar: wirtschaftlich von Anfang an
Ein früh erstelltes Honorarangebot hilft dabei, das eigene Engagement realistisch einzuschätzen: Wie viel Aufwand steckt in diesem Projekt? Ist das Honorar wirtschaftlich? Lässt sich der Auftrag mit den vorhandenen Kapazitäten stemmen? Wer diese Fragen erst in LP 2 oder LP 3 beantwortet, hat oft schon mehr investiert als geplant – ohne es zu merken.
Sind Honorarangebot, Zeiterfassung und Projektcontrolling miteinander verknüpft, entsteht von Anfang an ein klares Bild der Projektwirtschaftlichkeit: geplantes Honorar gegen erfasste Stunden, Leistungsphase für Leistungsphase. Das gibt Architektur- und Ingenieurbüros die Grundlage, um frühzeitig gegenzusteuern, statt am Ende eines Projekts festzustellen, dass die Marge längst aufgebraucht war.
Genau für diese Art zu arbeiten wurde Phase0 entwickelt – eine Software für Architekten und Ingenieure, die Kostenschätzung, Ausschreibung, Honorarplanung und Projektcontrolling in einem System zusammenführt. Browserbasiert, ohne Installation, vom ersten Projekttag an.
Fazit: Mehr Aufmerksamkeit für die Leistungsphase 0 vor den Leistungsphasen 1-9
Die Leistungsphase 0 ist aus der Erkenntnis erfahrener PlanerInnen entstanden: Was vor dem Projekt entschieden wird, bestimmt, wie das Projekt läuft.
Wer als ArchitektIn oder IngenieurIn in der Leistungsphase 0 klug berät, schützt den Bauherrn vor Fehlentscheidungen und sich selbst vor aufwendigen Umplanungen. Das erfordert Professionalität, Klarheit über Leistungsinhalte und Vergütung sowie die richtigen Werkzeuge.
Phase0 – der Name ist Programm
Phase0 heißt nicht zufällig Phase0. Die Software wurde für ArchitektInnen und IngenieurInnen entwickelt, die verstehen, dass gute Projekte vor LP 1 entschieden werden und deshalb von Anfang an strukturiert arbeiten wollen.
Konkret bedeutet das: Kostenschätzungen nach DIN 276 oder Gewerken mit integrierter Preisdatenbank bei der LV-Erstellung. Und weil Ausschreibung, Vergabe und Rechnungsprüfung im selben System laufen, wächst die Kostenverfolgung automatisch mit – von der ersten Schätzung bis zur Schlussrechnung, ohne manuelles Übertragen.
Bei der Honorarabrechnung dasselbe Prinzip: Angebot nach HOAI, Stunden oder pauschal erstellen, und die Zeiterfassung läuft dagegen – sodass das Projektcontrolling jederzeit zeigt, wo das Projekt wirtschaftlich steht. Keine parallelen Tabellen, keine Überraschungen am Ende.
Browserbasiert, ohne Installation, auf Mac und Windows. Das erste Projekt ist in wenigen Minuten angelegt. Phase0 14 Tage kostenlos testen!











.png)